Mini.
Ein Auto für Individualisten?!
Das Wichtigste sind die Details. Egal was – erst die Details machen es zu etwas Besonderem. Das gilt für die eigenen vier Wände, den Kleidungsstil und natürlich auch für das Auto. Wer ein Auge für diese Details hat, sie geschickt einsetzt und damit seinen eigenen Charakter zum Ausdruck bringt, galt bisher als Individualist. Bloß keine Massenware, bloß keine Sachen von der Stange. Beim Thema Auto konnte man ursprünglich neben des eigenen Understatements auch allen zeigen, dass man nicht nur schön denken, sondern auch schön machen kann. Das in dem Feingeist auch ein zweites Herz, eines für gutes Werkzeug und dreckige Hände schlägt. Nur dass keine Missverständnisse aufkommen. Ich rede jetzt nicht von der “Kunst” ein relativ neues Auto zu nehmen und sich per Katalog ein paar Teile zu kaufen, die im Zweifel noch ohne großen Aufwand passen. Das kann ja irgendwie auch jeder – und modernes Autotuning ist für mich so spießig wie Reihenhaus und Handtücher für SIE und IHN …
Ursprünglich war es mal relativ aufwendig sich ein schönes 60er oder 70er Jahre KFZ zu kaufen. Man musste sich grundsätzlich mal mit der Materie auseinander setzen: was gibt’s überhaupt für Karren – und auf welche hätte ich Bock. Ersatzteillage, generelle Marktlage und persönliche Kriterien galt es zu beachten. Dann musste man noch wochenendliche Ausflüge in Kauf nehmen. Schnell mal nach München; war nix; Bier trinken und heimfahren. Später ging es dann mit Teilesuche weiter, und man war meistens bemüht, dass Auto original zu halten und fuhr auch schon mal ein paar hundert Kilometer für eine Tür. Dann kam irgendwann der Hype und jeder coole Student musste was stylisches fahren und damit sein Ding machen. Mangels Können und Ressourcen waren dann irgendwann auch die ungeliebten End-70er angesagt und die Welle schwächte ab. Für alle die teilweise echt schöne Wagen mit Low-Budget und zweifelhafter Ästhetik innerhalb von einem halben Jahr auf den Schrottplatz gebracht haben, aber heute jeder Männerrunde erzählen, was sie für geile Dinger damals im Knudsen erlebt haben, hat BMW die Lösung: Den Mini.
Weil es anstrengend ist sich eine geile alte Lederjacke zu besorgen (wo kauft man so etwas?), man keinen Bock hat auf Teilemärkten nach zeitgenössischen Stickern zu suchen (Den Hersteller gibt’s doch gar nicht mehr!) und auch die Versicherung soviel einfacher ist, hat Mini das Alles für jeden so einfach wie möglich gemacht. Mit dem Auto kauft man die pure Individualität, und wem das noch nicht reicht, der Kauft sich gleich die passenden Sneakers und oben erwähnte Lederjacke mit. Die ist zwar nicht alt – aber sieht wenigstens so aus.
Außerdem gibt es Kühlschränke, Uhren, Klamotten, Design-Objekte und so weiter und so fort gleich passend dazu. Ganz ohne viele Kilometer dafür fahren zu müssen. Und man kann relativ sicher sein, dass die Portion Style, die in so einem Gefährt steckt, auch von der neuen Auszubildenden positiv wahrgenommen wird. Und man braucht sich dann ihr gegenüber bei dem ersten Date auch nicht rechtfertigen, dass die Sitze so niedrig sind und anschnallen mangels Gurten auch nicht ist. Der Mini, ein echtes Individualisten-Auto eben. Sogar selber konfiguriert …



Am 12. Oktober 2007 um 11:10 Uhr
In Punkto Individualismus betrachte ich die “alte” Lederjacke inzwischen etwas differenzierter. Ich bin selbst im Besitz so einer, für teuer Geld, auf alt getrimmten Kutte und stehe auch dazu. Die sitzt, ist bequem und die Farbstreifen sind perfekt auf den Lack von meinem Pony abgestimmt. Blöd nur, daß mir auf einem meiner ersten Mustangtreffen ungefähr jeder 2. (egal ob Jungspund oder gesetzter Herr) eine Jacke dieser Art am Leib hatte. Scheint mir fast der Dresscode für Vintage-Mustangfahrer zu sein. Ausserdem haben mich Anfang etliche Leute auf die “coole Steve McQueen-Jacke” angesprochen. Diese Assoziation ist mir auch schon oft über den Weg gelaufen. Ich kann mich aber nicht erinnern, das Steve in einem Film jemals so eine Jacke anhatte.
Am 17. Oktober 2007 um 10:14 Uhr
Du bist ja auch schon etwas älter. Bald kaufst du dir ne Kutte mit Fransen an den Ärmeln